Berichterstattung mit den Begriffen EBIT und EBITDA

In der internationalen finanziellen Berichterstattung sind EBIT und EBITDA keine unbekannten Begriffe. Die Kommission für Buchhaltungsnormen interpretiert in einem technischen Papier die beiden Begriffe für das belgische Jahresabschlussrecht.

Die operationelle Performanz eines Unternehmens

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes, Ergebnis vor Zinsen und Steuern) und EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, Ergebnis vor Zinsen und Einkommens- und Ertragssteuern und Abschreibungen) sind sogenannte Leistungsmaßstäbe zur Darstellung der operationellen Performanz eines Unternehmens. D. h. Maßstäbe für den Gewinn eines Unternehmens, wobei bestimmte Aufwendungen wie Finanzierungskosten, Steuern und eventuell Abschreibungen nicht berücksichtigt werden.
Sowohl EBIT als auch EBITDA stammen aus der internationalen/angelsächsischen finanziellen Berichtserstattungspraxis. Sie werden schon seit verschiedenen Jahren vor allem von börsennotierten Unternehmen verwendet. Aber Vorsicht: auch innerhalb der europäischen Rechnungslegung besteht keine eindeutige Definition. Die Unternehmen können den Maßstab sprichwörtlich berechnen, wie sie wollen.
In den belgischen Buchführungsgesetzen kommen die beiden Begriffe nicht vor. Angesichts der zunehmenden Bedeutung dieser Maßstäbe hat die Kommission für Buchhaltungsnormen (KBN) in einem technischen Papier ihre Auffassung über die Definition von EBIT und EBITDA auf der Grundlage des belgischen Kontenplans für den Jahresabschluss dargestellt.

EBIT

EBIT wird gleichgestellt mit dem sogenannten Betriebsgewinn oder -verlust. Dieser Maßstab berücksichtigt nicht die Auswirkungen der Kapitalstruktur des Unternehmens und auch nicht die diversen steuerlichen Aspekte, die in die Erfolgsrechnung aufgenommen werden. Die Berechnungsweise der EBIT nach dem belgischen Jahresabschlussrecht, das die Kommission für Buchhaltungsnormen vorschlägt, beginnt mit dem Begriff Betriebsgewinn (Betriebsverlust) des Geschäftsjahres vor Steuern. Dies entspricht dem XBRL-Code 9903 im vollständigen Kontenplan für den Jahresabschluss und muss noch um das Finanzergebnis korrigiert werden.

Schematische Berechnung der EBIT:
Gewinn (Verlust) des Geschäftsjahres vor Steuern (Code 9903) 
- Erträge aus Umlaufvermögen (Code 751) 
- Sonstige finanzielle Erträge (Code 752/9) 
+ Aufwendungen aus Verbindlichkeiten (Code 650) 
+ Sonstige finanzielle Aufwendungen (Code 652/9)
= EBIT 

EBITDA

Die EBITDA nehmen noch einige zusätzliche Nicht-Kassenelemente aus der Erfolgsrechnung heraus, nämlich die Abschreibungen und die Wertberichtigungen. Diese sind über verschiedene Rubriken der Erfolgsrechnung verteilt. Um die EBITDA zu errechnen, müssen der EBIT die folgenden Elemente hinzugefügt werden:

EBIT
+ Abschreibungen und Wertverminderungen auf Gründungskosten, auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (Code 630)
+ Wertverminderungen auf Vorräte, Bestellungen in Ausführung und auf Handelsforderungen: Hinzufügungen (Zurücknahmen) (Code 631/4)
+ Außerordentliche Abschreibungen und Wertverminderungen auf Gründungskosten, auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (Code 660)
- Zurücknahme von Abschreibungen und Wertverminderungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (Code 760)
= EBITDA

Sie können das technische Papier 2010-1 vom 8. September 2010 auf der Internetseite der Kommission für Buchahltungsnormen (KBN) einsehen (NL/FR). Dieser Text ist eine Art Leitfaden der KBN, ohne die Kraft einer Empfehlung zu haben.

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