Wird der Immobilienkauf durch die Mehrwertsteuerpflicht der Notare teurer?

Eine der vielen Maßnahmen, die von der neuen Regierung Di Rupo I ergriffen worden sind, ist die Einführung einer Mehrwertsteuerpflicht für Notare. Auch für Sie bringt dies mögliche Konsequenzen mit sich. Wir möchten diese kurz erläutern.

Worum geht es?

Ab 1. Januar 2012 sind die Dienstleistungen von Notaren nicht mehr von der Mehrwertsteuer befreit. Das heißt, dass sie ab diesem Datum auch Mehrwertsteuer auf ihre Dienstleistungen in Rechnung stellen müssen. Es hat den Anschein, als ob die Dienstleistungen eines Notars dadurch teurer werden.

Wird der Kauf einer Immobilie teurer?

Wenn Sie den Kauf einer Immobilie von einem Notar beurkunden lassen, werden Sie also zusätzlich zu den Notarkosten auch Mehrwertsteuer auf diese Kosten bezahlen müssen. Wird der Kauf der Immobilie dadurch auch effektiv teurer?

Angenommen, dass Sie als Privatmann eine Wohnung kaufen, dann wird der Kauf für Sie tatsächlich teurer werden. Sie müssen jetzt schließlich Mehrwertsteuer bezahlen, während das früher nicht der Fall war. Sie bezahlen Mehrwertsteuer auf das Honorar des Notars und auf alle Kosten, die ihm entstehen und er Ihnen weiterberechnet (u. a. Kosten im Zusammenhang mit der OVAM-Bescheinigung in Flandern, der BIM-Bescheinigung in Brüssel, Kosten für die Ausstellung eines Grundbuchauszugs). Als privater Käufer sind Sie Endverbraucher, sodass Ihnen die Mehrwertsteuer nicht zurückerstattet werden kann.
Auf die Kosten, die der Notar in Ihrem Namen und auf Ihre Rechnung zahlt, wird keine zusätzliche Steuer mehr erhoben. Die bezahlten Eintragungsgebühren selbst werden nicht um die Mehrwertsteuer erhöht. Sonst würden Sie schließlich Steuern auf Steuern bezahlen.

Wenn Sie als Unternehmer auch mehrwertsteuerpflichtig sind und eine Immobilie kaufen, um als Betriebsmittel zu verwenden, wird der Kauf nicht teurer sein. Sie werden dann im Prinzip die Mehrwertsteuer auf die erhaltenen Dienstleistungen absetzen können.

Zu beachten: auch Gerichtsvollzieher unterliegen ab dem 1. Januar 2012 der Mehrwertsteuerpflicht. Die angekündigte Mehrwertsteuerpflicht für Anwälte ist jedoch letztendlich nicht eingeführt worden. Deren Dienstleistungen sind also noch immer von der Mehrwertsteuer befreit.

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