Grüne Investitionen werden weniger interessant

Bis vor Kurzem gab es in der Einkommenssteuer zahlreiche Ermäßigungen für energiesparende Ausgaben in Privatwohnungen. Die Regierung hat auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmen in diesem Bereich erhebliche Kürzungen vorgenommen. Eine kurze Übersicht über das, was noch möglich ist und was nicht mehr geht.

Abgeschafft

Die Ermäßigung für Passivhäuser, Niedrig- und Nullenergiewohnungen gilt ab dem 1. Januar 2012 nicht mehr. Bei Wohnungen, für die spätestens am 31. Dezember 2011 ein Zertifikat verliehen wurde, bleibt diese Ermäßigung in den kommenden 10 Jahren allerdings in Kraft. Bei Anträgen, die im Jahr 2011 eingereicht worden sind, aber deren Zertifikat erst im Januar oder Februar 2012 effektiv ausgestellt wird, wird davon ausgegangen, dass die Ausstellung dieses Zertifikats noch im Jahr 2011 erfolgt ist.

Grünes Darlehen: Verminderung des steuerlichen Vorteils

Der Steuervorteil von bestehenden grünen Darlehen, die zuvor bereits abgeschlossen wurden, wird auch beschränkt. Ab 2012 berechtigen nur noch 30 % statt bisher 40 % der bezahlten Zinsen zu einer Steuerermäßigung. Neue Darlehen, die ab dem 1. Januar 2012 abgeschlossen wurden, können überhaupt nicht mehr von dem System profitieren.

Steuerermäßigung für „Dachisolierung“ bleibt bestehen

Nur die Steuerermäßigung für Dachisolierung bleibt bestehen. Die Ermäßigung wird allerdings von 40 % der Kosten auf 30 % der Kosten gesenkt. Es ist auch nicht mehr möglich, den „ungenutzten“ Teil auf ein folgendes Jahr zu übertragen.

Was ist, wenn Sie schon eine Investition geplant hatten?

Die Abschaffung all dieser Steuerermäßigungen kann für alle, die bereits Investitionen für 2012 geplant hatten, einen dicken Strich durch die Rechnung bedeuten. Die Entscheidung, eine (größere) grüne Investition zu tätigen, wurde möglicherweise von den damit verbundenen steuerlichen Vorteilen beeinflusst. Um dem entgegenzukommen, wurden Übergangsmaßnahmen vorgesehen.
Es müssen zwei Bedingungen kumulativ erfüllt sein:

Der Vertrag muss spätestens am 28. November 2011 unterzeichnet worden sein. Eine Offerte, die „zum Einverständnis“ unterzeichnet ist, gilt dabei allerdings auch als Vertrag.

Die Investition muss im Jahr 2012 bezahlt werden. Wenn Sie erst 2013 bezahlen, gilt die Übergangsregelung nicht, auch wenn Sie den Vertrag schon vor dem 28. November 2011 unterzeichnet haben.

Wenn Sie die Bedingungen erfüllen, bleibt das alte System gelten: Steuerermäßigungen in Höhe von 40 % der Kosten, die Sie auf die drei folgenden Veranlagungsjahre übertragen können. Diese Regelung gilt für Solarzellen, Doppelglas, Wärmepumpen, neue Heizkessel, Energieaudits und Dachisolierungen.

Die Übergangsregelung gilt also auch für Dachisolierungen. Dies führt zum folgenden Ergebnis, wobei ein Tag Unterschied bei der Unterzeichnung des Vertrags eine erhebliche Differenz beim steuerlichen Vorteil bedeutet:

Vertrag über Dachisolation mit dem Unternehmer, abgeschlossen am 27. November 2011, den Sie im Jahr 2012 bezahlen: Sie haben Anspruch auf eine Steuerermäßigung in Höhe von 40 %, die Sie auf die drei folgenden Jahre übertragen können.

Vertrag über Dachisolation mit dem Unternehmer, abgeschlossen am 28. November 2011, den Sie im Jahr 2012 bezahlen: Sie haben Anspruch auf eine Steuerermäßigung in Höhe von 30 %, die nicht mehr auf spätere Jahre übertragbar ist.

Es ist wichtig zu wissen, dass diese Übergangsmaßnahmen im Gesetz aufgenommen worden sind. Es handelt sich also um keine Vergünstigungen, die vom Finanzamt willkürlich zuerkannt oder verweigert werden können.

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