Steuervorauszahlungen im Jahr 2012

Bei natürlichen Personen, die Entlohnungen erhalten, werden die Lohnsteuervorauszahlungen vom Arbeitgeber automatisch an der Quelle einbehalten. Sie leisten zu diesem Zeitpunkt praktisch unmittelbar eine Anzahlung der letztendlich von ihnen zu entrichtenden Steuer. Unternehmer, Freiberufliche und Gesellschaften müssen sich um ihre Vorauszahlungen dagegen selbst kümmern, d. h. zu vier Zeitpunkten im Laufe des Jahres eine Anzahlung ihrer Steuer an das Finanzamt überweisen. Wenn sie diese Vorauszahlungen versäumen, wird ihnen eine Steuererhöhung auferlegt. Die Prozentsätze dieser Erhöhung werden jährlich festgelegt. Die Prozentsätze für das Steuerjahr 2012 (Veranlagungsjahr 2013) sind inzwischen bekannt.

Wann vorauszahlen?

Sie müssen viermal jährlich eine Vorauszahlung leisten:

für das erste Quartal (VA 1): spätestens am 10. April 2012;

für das zweite Quartal (VA 2): spätestens am 10. Juli 2012;

für das dritte Quartal (VA 3): spätestens am 10. Oktober 2012;

für das vierte Quartal (VA 4): spätestens am 20. Dezember 2012.

Warum vorauszahlen?

Der Betrag der Vergünstigungen, der mit den dreimonatigen Vorauszahlungen für das Veranlagungsjahr 2013 verbunden ist, entspricht dem Ergebnis der folgenden Produkte.

Betrag von VA 1 x 3 %;

Betrag von VA 2 x 2,5 %;

Betrag von VA 3 x 2 %;

Betrag von VA 4 x 1,5 %.

Der Durchschnitt dieser vier Prozentsätze entspricht dem Satz der Erhöhung für dieses Steuerjahr (Veranlagungsjahr 2013), nämlich 2,25 %. Indem Sie die Vorauszahlungen rechtzeitig leisten, vermeiden Sie diese Erhöhung.

Wie viel vorauszahlen?

Sie können den Betrag, den Sie vorauszahlen möchten, frei bestimmen. Wann Sie welche Vorauszahlung leisten, ist allerdings wichtig. Wenn Sie einen zu geringen Betrag vorauszahlen, wird Ihnen schließlich doch noch eine Erhöhung auferlegt. Zu viel vorauszuzahlen bringt dagegen zwar eine Bonifikation ein, kann aber auch zu einem (vorübergehenden) Cashflow-Nachteil führen. Es ist also wichtig, gut darüber nachzudenken. Einige Beispiele können dies verdeutlichen.

Wir gehen in den folgenden Beispielen immer von einem Unternehmer mit einer (geschätzten) zu zahlenden Steuer von 100.000 Euro aus. Wenn dieser Unternehmer keine einzige Vorauszahlung leistet, wird er eine Steuererhöhung in Höhe von 100.000 x 2,25 % = 2.250 Euro zahlen müssen.

Beispiel 1

Der Unternehmer leistet 4 Vorauszahlungen in Höhe von jeweils 25.000 Euro am 7. April, 2. Juli, 9. Oktober und 11. Dezember.
Der Vorteil der Vorauszahlungen kann wie folgt berechnet werden:
Betrag von VA 1 x 3 % = 25.000 Euro x 3 % = 750 Euro
Betrag von VA 2 x 2,5 % = 25.000 Euro x 2,5 % = 625 Euro
Betrag von VA 3 x 2 % = 25.000 Euro x 2 % = 500 Euro
Betrag von VA 4 x 1,5 % = 25.000 Euro x 1,5 % = 375 Euro

Die Summe dieser vier Produkte ist die Gesamtvergünstigung: 750 + 625 + 500 + 375 = 2.250.
Der Unternehmer hat mit anderen Worten gerade genug Vorauszahlungen geleistet. (Maximale Erhöhung - Gesamtvorteil der Vorauszahlungen = 2.250 - 2.250 = 0). Er braucht keine Erhöhung zu zahlen.

Beispiel 2

Der Unternehmer leistet die folgenden Vorauszahlungen:
am 7. April 2012: 10.000 Euro
am 2. Juli 2012: 30.000 Euro
am 9. Oktober 2012: 20.000 Euro
am 11. Dezember 2012: 40.000 Euro
Der Vorteil der Vorauszahlungen kann in diesem Fall wie folgt berechnet werden:
Betrag von VA 1 x 3 % = 10.000 Euro x 3 % = 300 Euro
Betrag von VA 2 x 2,5 % = 30.000 Euro x 2,5 % = 750 Euro
Betrag von VA 3 x 2 % = 20.000 Euro x 2 % = 400 Euro
Betrag von VA 4 x 1,5 % = 40.000 Euro x 1,5 % = 600 Euro

Die Summe dieser vier Produkte ist die Gesamtvergünstigung: 300 + 750 + 400 + 600 = 2.050.
Indem er im ersten Quartal zu wenige Vorauszahlungen leistet, wird die Steuer des Unternehmers erhöht. (Maximale Erhöhung - Gesamtvergünstigung der Vorauszahlungen = 2.250 - 2.050 = 200). Die zu zahlende Erhöhung beträgt 200 Euro.

Beispiel 3

Der Unternehmer leistet die folgenden Vorauszahlungen:
am 7. April 2012: 40.000 Euro
am 2. Juli 2012: 30.000 Euro
am 9. Oktober 2012: 20.000 Euro
am 11. Dezember 2012: 10.000 Euro
Der Vorteil der Vorauszahlungen kann in diesem Fall wie folgt berechnet werden:
Betrag von VA 1 x 3 % = 40.000 Euro x 3 % = 1.200 Euro
Betrag von VA 2 x 2,5 % = 30.000 Euro x 2,5 % = 750 Euro
Betrag von VA 3 x 2 % = 20.000 Euro x 2 % = 400 Euro
Betrag von VA 4 x 1,5 % = 10.000 Euro x 1,5 % = 150 Euro

Die Summe dieser vier Produkte ist die Gesamtvergünstigung: 1.200 + 750 + 400 + 150 = 2.500.
Indem der Unternehmer im ersten Quartal eine größere Vorauszahlung leistet, hat er zu viel vorausbezahlt. Der Überschuss lässt sich mit den eventuellen Steuern verrechnen, die für andere Bestandteile des steuerpflichtigen Einkommens zu zahlen sind, und kann dem Steuerpflichtigen ebenfalls zurückgezahlt werden.

An wen vorauszahlen?

Die Vorauszahlungen müssen vor jedem Verfalldatum auf eines der folgenden Konten der Dienststelle für Vorauszahlungen eingezahlt oder überwiesen werden (North Galaxy - Tour A, Boulevard du Roi Albert II, 33, bte. 42, 1030 Brüssel, Tel. 0257/640 40, Fax 0257/995 10):

Gesellschaften und interkommunale Unternehmen: auf das Konto IBAN: BE20 6792 0023 3056 und BIC: PCHQ BEBB der 'Dienststelle Vorauszahlungen - Gesellschaften';

natürliche Personen: auf das Konto IBAN: BE07 6792 0023 4066 und BIC: PCHQ BEBB der 'Dienststelle Vorauszahlungen - Natürliche Personen'.

Weil zwischen dem Zahlungsauftrag und dessen Ausführung einige Werktage liegen können, empfiehlt das Finanzamt, mit der Verrichtung der Zahlung nicht bis zum Verfalltag zu warten.

Achtung!

Zahlungen, die nach dem Fälligkeitsdatum bei der Dienststelle Vorauszahlungen eingehen, werden automatisch im nächsten Zeitraum verbucht. Weil das Osterwochenende dieses Jahr kurz vor dem ersten wichtigen Verfalltag (10. April 2012) liegt, besteht das Risiko, dass viele Steuerpflichtige trotz guter Absichten nicht rechtzeitig bezahlt haben. Durch diese außerordentliche Situation hat der FÖD Finanzen als Gunstmaßnahme beschlossen, Zahlungen, die am 11. oder 12. April 2012 auf den Konten der Dienststelle Vorauszahlungen eingehen, trotzdem als Vorauszahlungen für den ersten Verfalltag in Betracht zu nehmen.

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