Abzug für die einzige Wohnung

Wenn Sie ein Hypothekendarlehen aufgenommen haben, um eine Wohnung zu erwerben, können Sie die entsprechenden Tilgungsraten als Aufwand von Ihrem Nettoeinkommen absetzen. Dies wird meistens als „Abzug für die einzige Wohnung“ bezeichnet. Wir fassen die Einzelheiten der Regelung für Sie noch einmal zusammen.

Diese Regelung gilt für Darlehen, die ab dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Es handelt sich um ein Darlehen, das aufgenommen wurde, um eine Wohnung zu erwerben, erhalten, bauen oder renovieren. Jeder Steuerpflichtige hat das Recht auf diesen Abzug 'für die einzige Wohnung' in Höhe von 1.500 Euro (indexiert für dieses Veranlagungsjahr: 2.120 Euro). Während der ersten 10 Jahre des Darlehens wird dieser Betrag noch einmal um 500 Euro erhöht (indexiert für das Veranlagungsjahr 2012: 710 Euro).

Bedingungen im Zusammenhang mit dem Darlehen

es handelt sich um ein Hypothekendarlehen, das bei einer Einrichtung im Europäischen Wirtschaftsraum aufgenommen wurde (Europäische Union + Norwegen, Liechtenstein und Island);

das Darlehen hat eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren.

Es muss sich um Ihre eigene Wohnung handeln

Sie müssen mit anderen Worten selbst Eigentümer, Besitzer, Erbpächter, Erbbaurechtinhaber oder Nießbraucher des Gebäudes sein.

Es ist Ihre einzige Wohnung

Sie dürfen keine andere Wohnung in Eigentum haben. Bei der Beurteilung dieser Bedingung wird Folgendes nicht berücksichtigt:

eine Wohnung, die Sie durch eine Erbschaft als Miteigentümer, bloßer Eigentümer oder Nießbraucher erworben haben. Da es sich um eine Ausnahme handelt, wird diese Vorschrift streng angewandt: Wenn Sie als einziger Eigentümer das volle Eigentum einer anderen Wohnung erben, wird diese allerdings mitgezählt. Außerdem gilt die Abweichung nur für Wohnungen, die Sie erben. Ein bloßes oder volles Eigentum, das Sie auf eine andere Weise (z. B. durch eine Schenkung) erhalten, wird allerdings mitgezählt;

eine andere Wohnung, deren Eigentümer Sie sind, die aber am 31. Dezember jenes Jahres zum Kauf angeboten wird und ein Jahr später auch tatsächlich verkauft worden ist.

Sie müssen in der betreffenden Immobilie wohnen

Am 31. Dezember des Jahres, in welchem das Darlehen aufgenommen wurde (das heißt, das Jahr, in welchem die notarielle Urkunde ausgestellt wurde), müssen Sie die besagte Wohnung bewohnen. Auch hier sind einige Ausnahmen für besondere Fälle vorgesehen:

wenn Sie aufgrund von vertraglichen oder gesetzlichen Hindernissen an diesem Tag nicht in der Wohnung wohnen können;

wenn der Stand der Bauarbeiten es nicht zulässt, im Gebäude zu wohnen.

Sie haben Zeit bis zum zweiten Jahr, das auf das Jahr folgt, in welchem das Darlehen aufgenommen wurde, um die Wohnung effektiv zu beziehen.

Wann wird das beurteilt?

Die Einhaltung der Bedingungen wird am 31. Dezember des Jahres beurteilt, in welchem der Darlehensvertrag unterzeichnet wurde. Es wird zu diesem Zeitpunkt quasi ein „Foto“ von der Situation gemacht: Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt die Bedingungen erfüllen, behalten Sie das Recht auf Abzug des Grundbetrags (für die Erhöhung gelten strengere Bedingungen), auch wenn Sie also später nicht mehr in dem Haus wohnen, eine andere Wohnung erwerben oder es sich nicht mehr Ihre eigene Wohnung handelt.

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